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Nicht nur Literatur- & Weinfreunde, auch Journalisten können ins Schwärmen geraten.
Pressestimmen bis 2008
»Das Leben, heißt es, ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken. Muss nicht sein, meinte der Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel einmal: Dafür sei es allemal lang genug. Es ist bekannt, dass Bichsel auch exquisiten Rebensaft keineswegs verachtet, vielleicht spielt er mit seinem Sager darauf an, dass es immer - auch - entscheidend ist, in wessen Gesellschaft man ihn trinkt. Und die ließ vergangenes Wochenende beim "internationalen Kulturenfestival" Literatur & Wein, das nunmehr zum zehnten Mal auf Stift Göttweig in der Wachau stattfand, nichts zu wünschen übrig.

Eröffnet wurde die viertägige Veranstaltung Mittwochabend von Franz Schuh, der sich als langjähriger "Anhänger des Weinguts Loimer" outete. Leider konnte der bedeutende, aber immer noch viel zu unbekannte Basler Autor Jürg Laederach, der mit Schuh über "Schlechte Nachbarn - Europäisches Format" diskutiert hätte, aus Krankheitsgründen nicht anreisen. So wurde aus der als Gespräch geplanten Eröffnung eine luzide, von Klaus Zeyringer moderierte Selbstbefragung über das "kommunikative Beschweigen" der Vergangenheit in den Alpenländern, "Begierdeösterreicher", Schuhs Abneigung gegen die vornehmen Töne im Kulturbetrieb und das "Pathos als bedeutender ästhetischer Ausdruck des Leids".

SCHWELLENZEITEN
Als eine Mischung aus Sisyphos und Sacher-Masoch und als einer, der kein Lehrer sein, vielmehr Schüler bleiben will, bezeichnet sich Juri Andruchowytsch, der gegenwärtig wohl bedeutendste ukrainische Autor. Er las Freitagabend aus seinem 2006 mit dem "Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung" ausgezeichneten Karpaten-Roman Zwölf Ringe, in dem ein österreichischer Fotograf eine tragende Rolle spielt. Anschließend las Arno Geiger eine Erzählung aus seinem letzten Buch Anna nicht vergessen und Margit Schreiner aus Haus, Friedens, Bruch. Den ersten Abend beschlossen dann der in der Türkei geborene, in Kiel lebende Feridun Zaimoglu, der seinen neuen Roman Liebesbrand präsentierte, und der Berlin-Moskauer Vladimir Kaminer.

Weiter ging es am Samstag mit Egyd Gstättner, Helene Flöss, Julia Franck und Peter Weber, der sich in seinem musikalischen Buch Die melodielosen Jahre mit der "Schwellenzeit zwischen analog und digital" auseinandersetzt. Fulminant wie immer Antonio Fian, der auch als letzter, mittlerweile war es zwölf Uhr nachts, das schon leicht ermattete Publikum bei der Stange hielt.

NICHT DAS SCHLECHTESTE ZEICHEN
"Literatur & Wein" also. Wenn man von diesem vom Unabhängigen Literaturhaus Niederösterreich organisierten Festival spricht, darf man nicht nur von dem ausgezeichneten Programm, den Lesungen und dem Veranstaltungsort samt atemberaubendem Blick auf Rebberge und Donau reden. Erwähnen muss man auch die Sinnlichkeit, mit der in katholischem Ambiente Literatur vermittelt wird, und die besondere Stimmung - nicht nur im freskengeschmückten Sommerrefektorium, wo man die Weine (für welche die Autoren Patenschaften übernehmen) verkostet.

So kann es hier schon mal vorkommen, dass Professoren auf Kinder gerade lesender Autorinnen aufpassen, oder ein Schriftsteller bei einem Glas Wein mit einem Fan über Lesen, Leben und Schreiben diskutiert. Leider fielen mit Laederach, Silke Scheuermann und Uwe Timm, die alle krankheitshalber absagen mussten, gleich drei bedeutende Programmpunkte aus. Trotzdem behielt das Festival Substanz und Kontur. Nicht das schlechteste Zeichen.«
(Stefan Gmünder - Der Standard, 15. April 2008)

»War man sich nicht die längste Zeit darüber einig, dass die meisten Autoren - und nicht minder: Autorinnen - nicht lesen können? Vorlesen, versteht sich. Und nun treten da im Brunnensaal des Stiftes Göttweig ausnahmslos professionell und wohltemperiert Lesende auf, von Thomas Glavinic (Die Arbeit der Nacht) über Weltensammler Ilija Trojanow bis zu STANDARD-Kolumnist Daniel Glattauer, dem es gelingt, das Publikum noch nach Mitternacht zwerchfellerschütternd aus der literatur-und weinbedingten Ermattung zu rütteln, bevor die Wiener Tschuschenkapelle den musikalischen Kehraus besorgte.

Gewiss, das eine oder andere Glas wird auch den Vortragenden die Zunge gelöst haben, gehört es doch zum Konzept des heuer zum neunten Mal vom Unabhängigen Literaturhaus Niederösterreich (ULNÖ) veranstalteten "internationalen Kulturenfestivals", dass Autoren Patenschaften für erlesene Wachauer und Kamptaler Weine übernehmen, die nach der Lesung von allen verkostet werden können: Buchkultur und Rebkultur in traulicher Harmonie.

SOMMERREFEKTORIUM
Das Publikum zahlt für beide Genüsse getrennt. Wein getrunken wurde heuer erstmals im freskengeschmückten Sommerrefektorium (wo man auch sehr bequem Bücher gustieren konnte). Der Saal, in dem gut 250 Zuhörer an zwei Abenden den Lesungen lauschten, ist freilich dem Wasser geweiht: Die schmiedeeiserne Brunnenhaube neben dem Podium ziert einen Brunnen, den man im 16. Jahrhundert nach einer knapp gescheiterten Belagerung durch die Türken 80 Meter tief in den Felsen schlug.

Die metaphorische Verbindung zu den Quellen der Tiefe bemühte denn auch der gastgebende Pater Justus. Tatsächlich zeigte sich das Publikum trotz Mammutprogramm und Weingenuss bis zum Schluss neugierig und konzentriert, wobei ein leichtes Rauschgefühl die Intensität des Hörerlebnisses ja durchaus zu steigern vermag.

GLÄSERKLIRREN
Dementsprechend servieren die Veranstalter zwar nicht unbedingt schwer Verdauliches, aber Literatur von Gewicht (Thomas Stangl, Terézia Mora, Franz Schuh), garniert mit ein paar leichten Häppchen. Keineswegs calvinistisch streng präsentierte sich die Abordnung aus der Schweiz: Ilma Rakusa mit einem Plädoyer für die Stille, die sich durchaus mit Gläserklirren verträgt; Klaus Merz mit einem prägnanten Nachruf auf einen trinkfesten Jäger; "Ihr saht nur, was ich getrunken. Ihr kanntet nicht meinen Durst."

Katharina Faber lieferte die Definition des Danach schlechthin: "'Elegisch' heißt auch: verschmiert vor dem Spiegel." Fabers Patenwein hieß "Zweigelt privat", von Thomas Leithner aus Langenlois, dem Urgroßenkel des politisch ebenso anrüchigen wie önologisch verdienstvollen Dr. Zweigelt. Der halbprivate Privatwein ähnelt dem Privatroman der Elfriede Jelinek: Im Dienste einer "ständigen Qualitätskontrolle" wird er vom Winzer vorzugsweise selbst getrunken.

LITERATURFRÜHSTÜCK
Erst um viertel zwei war an diesem gar nicht verflixten Freitag, den 13., die Arbeit der Nacht endlich getan, und schon versammelte man sich am nächsten Morgen wieder zum "Literaturfrühstück" im Kremser ULNÖ: Unter der Leitung von Radioredakteur Peter Zimmermann sprachen Ilma Rakusa, IlijaTrojanow und der Germanist Klaus Zeyringer darüber, wie man übers Schreiben spricht. Oder schreibt. (Besser nicht mit einem Ö1-Kuli: Der erstbeste der dort aufliegenden funktionierte nicht.) Zum 40-Jahr-Jubiläum von Ö1 eröffnete die Sendung "Ex libris" damit eine Tournee durch die heimischen Literaturhäuser. Gesendet wird die Gesprächsreihe allerdings nicht - aus Kostengründen.«
(Daniela Strigl - Der Standard, 17. April 2007)

»Süffige Prosa, erlesene Weine. "Literatur & Wein", das hat sich für die Veranstalter des gleichnamigen Festivals auf Stift Göttweig als zugkräftiges Motto erwiesen. Wo andere Literaturveranstaltungen mit freiem Eintritt oft nur weniger Besucher erreichen, herrscht hier schon im Vorverkauf ein großer Andrang.«
(Der Standard, 6.4.2006)

»Zum 8. Mal lud das Unabhängige Literaturhaus NÖ zum internationalen Kulturenfestival "Literatur & Wein". An drei ausverkauften Abenden im Stift Göttweig wurden Lesungen und mit der Präsentation edler, vom Ursin-Haus Langenlois ausgewählter Weine heimischer Top-Winzer genussvoll verbunden ... Begeistert war Autor Robert Menasse vom Thomas-Leithner-Veltliner: "Normalerweise brauche ich einige Liter auf 100 Zeilen, aber den trinke ich als Belohnung, wenn ein Buch fertig ist."«
(NÖN, Woche 15/2006)

»Im Brunnensaal hatte man während des ganzen Abends die Möglichkeit erlesene Weine zu verkosten und Bücher zu erwerben. Literatur-Liebhaber, die auch gerne den Geschmack von edlen Weinen auf ihrem Gaumen schmecken, ist das Literatur & Wein Festival sehr zu empfehlen.«
(City-Flyer, 9. April 2006)

»In Stift Göttweig, dem österreichischen Montecassino – mit den Deckenfresken Paul Trogers oder der Kaiserstiege, dem größten Treppenhaus Europas, richtete das ULNÖ wieder ein internationales Kulturenfestival aus ... Eine Veranstaltung solch künstlerischen Ranges ... bringt Besucher selbst in abgelegene Orte, wenn sie mit einem kulturellen Höhepunkt rechnen dürfen.«
(Dolomiten Tagblatt der Südtiroler, 13. 4. 2006)

»Das vom Unabhängigen Literaturhaus Niederösterreich zum siebten Mal veranstalteten Festival "Literatur & Wein" im Stift Göttweig bot ein breites Spektrum heimischer und internationaler Literatur.«
(City-Flyer, 9. April 2005)

»Dichten und trinken, zwei volle Tage lang: Zum bereits siebten Mal wird im Stift Göttweig nunmehr in literarischer, winzerischer und musikalischer Hinsicht allerfeinste Kost geboten. Die Lese-Matadoren kommen aus Österreich und insgesamt fünf weiteren Ländern.«
(Profil, 4. April 2005)

»Wenn Franzobel liest, rinnt der Grüne Veltliner erst so richtig die trockene Kehle hinunter. Wenn Josef Haslinger erzählt, schmeckt der Zweigelt noch besser als er sowieso schon ist. Die oft beschriebenen Weine duften, die gehaltvolle Literatur fließt, die erlesenen Texte sprudeln: Im April findet wieder das Kulturenfestival "Literatur & Wein" statt.
Eines steht schon jetzt – im Vorfeld – fest: Die Karten werden auch heuer wieder Mangelware sein, wenn die Flaschen in der Wachau entkorkt werden und die Autoren einander die Klinke in die Hand geben.«
(Der Standard, Katharina Salzer 2005)

»In prominenter Besetzung geht das vom Unabhängigen Literaturhaus NÖ veranstaltete Festival "Literatur & Wein" in seine sechste Auflage.
Erstmals werden bei "Literatur und Wein" auch internationale Gäste begrüßt: Der Dramatiker und Romancier Pavel Kohout sowie Mila Haugová, Grande Dame der slowakischen Literatur.«
(diepresse.com, 25.3.2004)

»"Literatur & Wein" hat sich – in verkauften Eintrittskarten gerechnet – zum größten Literaturfestival Österreichs entwickelt. ... Sechs Stunden, für die das Publikum bereit ist stillzusitzen, um Literatur in einem durchwegs akademischen Ambiente zu Wort kommen zu lassen. Kaum jemand kommt später, geht früher oder schaut nur auf einen Sprung vorbei. Alle wollen alles hören, die gute Stimmung überträgt sich vom Publikum auf die Bühne und wieder zurück.«
(Niederösterreichische Perspektiven, Rainer Hirschkorn, 2003)

»Man zählte schließlich 387 Flaschen Wein (es können aber auch 388 gewesen sein), die rund 400 Besucher durch die Kehle hatten rinnen lassen.
So viel zum - übrigens exzellenten - Tröpferl. Die Literatur rutschte nicht nur angesichts dieser Befeuchtung besonders gut hinunter, sondern auch, weil es - über weite Strecken - eine gelungene Kombination aus Spaß und Ernst war.
[...] "Als der Nebel verflogen" war - um den Sänger (Anm.: gemeint ist Roland Neuwirth) zu zitieren - blieb von "Literatur & Wein" letztlich kein Kater, sondern ein nachdenklich machender Bodensatz. Gelegentlich sollte man sich den guten Essenzen aussetzen.«
(Salzburger Nachrichten, Ronald Escher, 23. April 2002)

»Eine besondere Form der "Wein-Lese" findet am Samstag und Sonntag im niederösterreichischen Grafenegg statt. Bei "Literatur & Wein" trifft sich eine illustre Schar bekannter Autoren, Musiker und Winzer und bietet zwei Tage lang ein Festival der Extraklasse.«
(Der Standard, 24./25. März 2001)

»Das Kulturenfestival mit langen Abgängen am Gaumen und Kurzweiligkeit im Ohr erlebt Jahrgang drei.
Was bei einem Achterl begann, lockt mittlerweile Hunderte Interessierte aus nah und fern an. [...] Die Literaturwinzer keltern auch 2001 facettenreich: Eine illustre AutorInnenschar, die auch als Weinpaten fungieren, eine Vielzahl von Spitzenweinen, Buchpräsentationen aus der hauseigenen Edition Aramo, musikalisch angereichert von Roland Neuwirth und dem Ensemble Klesmer Wien, lassen ein üppiges Festival erwarten.«
(Live in Niederösterreich, Dietmar Jäger, Februar 2001)

»Zu welcher edlen Verbindung nun das Wort und der Wein befähigt sind, wenn man beide zu genießen und nicht zu mißbrauchen versteht, das zeigte am Wochenende die Veranstaltung Literatur & Wein auf Schloß Gobelsburg im rebenreichen Langenlois.
Zehn österreichische Schriftsteller übernahmen Patenschaft für prämierte Weine niederösterreichischer Traditionsweingüter, stellten mit den Winzern ihr "vollmundiges" oder "halbtrockenes" Adoptivkind in Weiß oder Rot vor. Und bald schon war den über 200 Besuchern dieser süffigen Lese- und Weinverkostung glasklar, daß des Dichters Wort mit des Winzers Weisheit zwischen den (Rebstock)zeilen die schönsten Affinitäten bereithält.«
(Der Standard, Sandy Lang 1999)