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©D.David
Gertraud Klemm
In Wien geboren und in Baden aufgewachsen, reüssiert Gertraud Klemm 2014 mit dem Roman Herzmilch (Droschl), im Rahmen des Bachmannwettbewerbs im selben Jahr überzeugt sie souverän und wird mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Mit ihren Texten erhebt die Autorin auf hohem Niveau in ganz eindeutig feministischer Absicht ihre Stimme und zettelt wieder an, was vielfach brach liegt. Sie benötigt dazu keine banale Keule, auch keinen dogmatisch wedelnden Zeigefinger, Klemm arbeitet mit genauer Sprache und umwerfendem, bösem Witz.

Ihr neuer Roman Aberland, eine bitterböse Abrechnung mit dem "zahnlosen Feminismus" wurde für den Pool 2015 "Books at Berlinale" (hier können Filmproduzenten neue Stoffe für Literaturverfilmungen entdecken) ausgewählt.

Auswahl Publikationen:
Herzmilch, Droschl 2014
Aberland, Droschl 2015

»... aus dem Fenster beugt sich eine ältere Frau mit blaugeblümtem Haushaltskleid, die ihre Pelargonien wässert und mir nur einen kurzen Blick schenkt. Mutter fällt mir ein, ihr Geruch, wenn sie ihre Kittel aus Polyestermix einen Tag zu lang trug. Kleiderschürzen, sagte sie dazu, ich sah weder Kleid noch Schürze darin, sondern nur ein ärmelloses Arbeitsgewand, einen Kittel, der sich aufgrund seines hohen Polyesteranteils eben nicht zum Arbeiten oder Schwitzen eignete, höchstens zum Beschmutzen und Mitleiderregen. Eine Uniform für die freiwillige gesellschaftliche Abwertung, in der sie standesgemäß um Schuldgefühle betteln gehen konnte.«
(Aus: Aberland, Droschl 2015)

Teilnahme an Literatur & Wein: 2015