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© Jerry Bauer
Paul Nizon
1929 in Bern als Sohn eines russischen Chemikers und einer Schweizerin geboren, studierte Kunstgeschichte Klassische Archäologie und Germanistik in Bern und München. Der Kunsthistoriker leitete Anfang der 1960er als Kunstkritiker das einschlägige Ressort der NZZ, bevor er sich für ein Leben als freier Schriftsteller entschied. Paul Nizon lebt seit den späten 1970ern in Paris. Der viel gereiste Autor wandte sich bereits früh der Kunst als "Schule des Sehens" zu. Sein Werk weist ihn als genialen Erzähler aus, unter vielen anderen Ehrungen wurde Paul Nizon 2010 mit dem Österreichischen Staatspreis für Literatur geehrt.

Neben seinen Romanen und Abhandlungen zur Kunst, sind es auch die Journale, die den Schriftsteller auf besondere Weise auszeichnen: »Paul Nizon zeigt sich auch im Journal seines achten Lebensjahrzehnts wieder als einsam seine Bürde tragender Sisyphos der Moderne, als ein Heros im "Schreibleben und Lebschreiben" und als kämpfendes Wesen in der Disziplin "Sprachringen".« (Friedmar Apel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, anläßlich des Erscheinens von Urkundenfälschung. Journal 2000-2010)

Auswahl Publikationen:
Das Fell der Forelle, Suhrkamp 2005
Urkundenfälschung. Journal 2000- 2010, Suhrkamp 2012

»Es ging mir auf, daß die Falle, die die damalige Tantenwohnung an der Rue Simart bedeutete, die größte Bedrohung darstellte, nicht weil sie so schachtelklein und unansehnlich schien, sie war es im Verhältnis zu der mitgebrachten Angst, eine Zelle, die schiere Isolationshaft. Ich steckte in einer ausgewachsenen Krise, kein Fünkchen Hoffnung in Sicht, kein Geld, keine Arbeit. An Arbeit war nicht zu denken, weil das Schreiben und schon gar das Bücherschreiben, mein bisheriges Geschäft, mir nicht nur abgestorben, sondern unvorstellbar schien, ganz und gar unzumutbar, alle diesbezüglichen Gefäße verstopft. Ich bestand aus Unvermögen, aus Kleinmut, ein Jammerlappen. Auch alle Zugehörigkeit war weg, kein Mensch weit und breit, den ich anrufen oder zu Hilfe rufen könnte. Ich war mutterseelenallein. Allein in Paris.«
(Aus: Urkundenfälschung. Journal 2000-2010, Suhrkamp 2012)

Teilnahme an Literatur & Wein: 2013