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©L. Rinkens
Wolf Wondratschek
Geboren 1943 in Rudolstadt/Thüringen, lebt in Wien. In den 1970er-Jahren veröffentlichte er eine Reihe von Gedichtbänden, mit denen er außerhalb des Verlagsbuchhandels auf dem Versandweg außerordentlich große Auflagen erzielte, die darin enthaltenen Liedtexte etablierten ihn als einen der wenigen deutschsprachigen "Rock-Poeten".

Ende der Achtzigerjahre unternahm er ausgedehnte Reisen unter anderem in die USA und nach Mexiko. Seit dieser Zeit schrieb er neben seiner Lyrik auch vermehrt Prosa. 2012 erhielt der Autor den Literaturpreis der Wilhelm und Christine Hirschmann-Stiftung für sein Lebenswerk. Zuletzt erschienen u. a. Mozarts Friseur, Hanser München 2002, Tabori in Fuschl, Lyrik-Zyklen, DTV München 2006, Das Geschenk, Hanser, München 2011.

»Als sie ihn einmal umarmte und küsste, war, was herauskam, die Imitation einer Umarmung und eines Kusses. In seinem Kopf schien irgendeine dritte Person anwesend, die ihm zur Vorsicht riet, eine Stimme, die wie in einer Endlosschleife den einen Satz wiederholte: Wer sich verliebt, hat keine ruhige Minute mehr! Wem gehörte sie, seinem Vater? Einem seiner Kumpels? Oder sonst einem Schlauberger? Für wen hielt er sie eigentlich? Für eine dieser Tussis, die Drinks mit kleinen Schirmchen bestellen?
Ob er für den Rat zu haben wäre, sich nicht von jedem, der mit einem Goldkettchen um den Hals herumläuft, etwas einreden zu lassen? Warum den Minuten hinterherlaufen, wenn man in Stunden ruhen kann?«
(Aus: Mittwoch, Jung und Jung, 2013)

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